Evangelische Gemeinde A.u.H.B. Klosterneuburg
Gemeindeblatt 2003-2
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Bruchrechnen
Alle, die das Bruchrechnen an einem anschaulichen Beispiel üben wollen,
lade ich auf ein Gedankenspiel zur ökumenischen Zusammenarbeit ein.

Stellen Sie sich zwei Zahlen in Form von Brüchen vor. Beide sind positiv, reell und vor allem sie sind nicht Null. Wir wollen sie zusammenzählen und die Summe soll EINS ergeben, weil die EINS das Symbol der Einheit und Vollkommenheit ist.
Was bedeutet dies für die beiden positiven Zahlen, die Brüche? Es bedeutet, dass die beide kleiner als die EINS sein müssen.
Und was ist ein Bruch? Ein Bruch hat einen Zähler, der über dem Bruchstrich steht und einen Nenner, der darunter steht. Der Nenner stellt die Art oder Gattung des Bruches dar. Der Bruch 27/50 sagt zum Beispiel, dass wir 27 Stückchen der Gattung "Fünfzigstel" haben. Brüche sind, wie der Name schon sagt, Systeme mit Bruchstellen. Sie besitzen nicht die kanonische Schönheit einer ganzen Zahl. Sie sind eher kompliziert, haben aber in unserem Beispiel immerhin einen positiven Wert, den man durch eine Dezimalzahl ausdrücken kann. Die Ähnlichkeit mit unseren beiden Konfessionen ist nicht zu übersehen.

Ist ein Panzerkreuzer nach 40 Jahren ökumenischer Tätigkeit noch zeitgemäß?

Ökumene und die Bitte um den Heiligen Geist!
Wie wichtig!

Was muss man tun, um beide Brüche 27/50 + 9/20 als Summe zusammenzufügen? Schwierigkeiten machen die verschiedenen Nenner. Sie zeigen, dass die Brüche von verschiedener Gattung sind, etwa wie Apfel und Birne. Jedes Kind weiß, dass man sie so nicht zusammenzählen kann, das geht nur bei Gleichartigen. Wie stellt man die Gleichartigkeit nun her? Man sucht den "gemeinsamen Nenner". In unserem Beispiel ist der gemeinsame Nenner die Zahl 100. Ihn kriegt man durch Probieren heraus. Beide Brüche müssen diesen gemeinsamen Nenner finden. Dies leistet in der Rechentechnik das bekannte "Erweitern". Erweitern heißt, Zähler und Nenner mit der gleichen Zahl malnehmen. Dadurch wird am Wert des Bruches selbst nicht verändert. Aber er erhält etwas sehr Wichtiges - eine breitere Basis. Wir erweitern also den ersten Bruch mit 2 und den zweiten mit 5:

27/50 + 9/20 = (27x2)/(50x2) + (9x5)/(20x5) = 54/100 + 45/100

Nun erkennen die beiden Brüche ihre Gleichartigkeit, sie sind beide Mitglieder der gleichen Familie der "Hundertstel" und finden sich als ganze Vielfache von "Hundertsteln", nämlich:

(54 + 45)/100 = 99/100 = 99% !

Welche Freude! Endlich ist es gelungen, die schmerzliche Trennung aufzuheben. Nur fällt auf, dass die ersehnte EINS, die Zahl der Einheit und Vollkommenheit nicht erreicht wird. Es fehlt etwas.

Aber ich gebe mich damit zufrieden. Es ist eben so. Ich weiß, dass alle Vergleiche, die wir anstellen, nur Spiegelbilder unserer eigenen verengten Sicht, unserer Träume, Absichten und Hoffnungen sind. Doch Gott hat seine eigenen Wege, die wir uns mit unserer mathematischen Schulweisheit nicht einmal erträumen können. Lernen wir, es dabei zu belassen...

Rolf Gutdeutsch

Zum Vergrößern klicken Beachten Sie bitte, dass in diesem Bild von Kurt Audétat der Hl. Geist als Friedenstaube ins Segel bläst - und die Vertreter aller christlichen Konfessionen in einem Boot sitzen!

Inhalt 2003-2

Die Enzyklica

Tauferinnerungs-
kurs

Bruchrechnen

Reise in
die Tiefe

Fotos Gastchor

Was man liebt,
verbirgt man nicht.

Gedanken zur
Konfirmation

Vom Orgeln...

...und Singen

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